Authorised Economic Operator (AEO)

Nicht nur die rasend schnell voranschreitende Globalisierung der Wirtschaft, sondern insbesondere die sich weltweit verändernde Sicherheitslage seit dem Irak-Krieg und den Anschlägen vom 11. September 2001 zwangen die WZO (Weltzollorganisation) dazu, international geltende Rahmenbedingungen für ein effektives Sicherheitsmanagement zu schaffen, dem sog. „Framework of Standards to Secure and Facilitate Global Trade" (kurz: SAFE). Die im SAFE enthaltenen Aspekte in sicherheitspolitischer Hinsicht wurden im Jahre 2005 mit Änderung des Zollkodex in das europäische Recht umgesetzt. Eines der wichtigsten Elemente war hier die Schaffung des AEO.

AEO ist die englische Abkürzung „Authorised Economic Operator” und bedeutet in der Übersetzung „Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligter“. Im Rahmen der europaweiten Zollabfertigung gelten Unternehmen, denen der Status eines Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten verliehen wurde, als besonders vertrauenswürdig und zuverlässig.

Vorteile als AEO

Nur ein AEO kann bei „Zollverfahren mit wirtschaftlicher Bedeutung“ (nach Artikel 84 Zollkodex: Zolllagerverfahren, Aktive und Passive Veredelung, Umwandlungsverfahren und Vorübergehende Verwendung) bestimmte Vergünstigungen in Anspruch nehmen, z.B. die Überleitung in ein vereinfachtes Verfahren ohne erneute Überprüfung einer vorher erteilten zollamtlichen Bewilligung, aber auch Erleichterungen bei Zollkontrollen, die einen sicherheitsrelevanten Hintergrund haben. Im Übrigen wird angestrebt, die Höhe der Sicherheiten, die bei den jeweiligen Zollverfahren hinterlegt werden müssen, für Inhaber eines AEO-Zertifikates zu reduzieren.

Unternehmen mit Sitz in der Europäischen Union können den Status eines Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten ab dem 01.01.2008 bei ihrem zuständigen Hauptzollamt beantragen. Die erforderliche (behördeninterne) Dienstvorschrift dazu wird zurzeit erarbeitet und voraussichtlich im 4. Quartal 2007 erscheinen.